Man kann sagen, dass Fachanwender digitale Geschäftsprobleme heute eigenständiger lösen als noch zur Jahrtausendwende. Die digitale Zusammenarbeit ist weit fortgeschrittener. E-Mail gilt nicht mehr als digitale Transformation, eher als überholt oder als zu förmlich für die alltägliche digitale Zusammenarbeit. Viele Organisationen ermutigen ihre Fachanwender heute, zu Power-Usern heranzuwachsen, aber was ist ein Power-User?
Power-User: eine Definition
Es gibt viele Synonyme für Power-User, darunter Citizen Developer oder Citizen Development, ein von Gartner geprägter Begriff. Sie meinen alle dasselbe. Ein „Power-User” wird im Allgemeinen definiert als jemand, der IT-Hardware und -Software über die Standardfunktionen hinaus nutzt. Wer also eine neue Gruppe in Microsoft Teams erstellt, um die Zusammenarbeit zu erleichtern, ist nicht wirklich ein Power-User, sondern ein Fachanwender, der Standardtechnologie erfolgreich übernommen hat. Die Grenze zwischen beiden kann jedoch verschwimmen.
Fachanwender vs. Power-User
Wenn derselbe Fachanwender Power Automate nutzt, um einen Flow zu erstellen, der die Bearbeitung seiner Benachrichtigungen in Teams automatisiert, nennen wir diese Person dann einen Power-User? Immerhin geht das über die Standardfunktionen in Microsoft Teams hinaus, nutzt Power Automate aber wie vorgesehen. Ich finde, die Power Platform verkörpert den Power-User perfekt, und Power Apps wurde vom Gartner Magic Quadrant kürzlich zum Leader for Low Code Application Platforms ernannt.
Weniger Nachfrage bei den IT-Abteilungen?
Je mehr Organisationen in die Cloud wechseln und moderne Ansätze zur Lösung geschäftlicher Aufgaben übernehmen, desto geringer wird die Last für die IT-Entwicklungsressourcen. Allerdings müssen die so entstandenen Lösungen später weiterbetreut werden. Es geht dann nicht mehr um Fachanwender gegen IT-Entwickler, sondern um Fachanwender und Power-User gegen Admin.
Fachanwender und Power-User vs. Admin
Wenn die Grenzen zwischen Fachanwender und Power-User verschwimmen, während sich die Kollaborationstechnologie weiter rasant entwickelt, wächst der Druck auf Administratoren und Plattformverantwortliche, Handlungen zu steuern, weil das Erstellen geschäftlicher Lösungen außerhalb der IT zur Norm wird.
Der Administrator oder Plattformverantwortliche ist nicht nur für die tägliche Funktionalität zuständig, die die Kollaborationsplattform den Fachanwendern bietet, sondern muss auch die wachsende Zahl an Low-Code- und No-Code-Lösungen verantworten.
Ein perfektes Beispiel sind wieder Anwendungen, die mit Power Apps gebaut werden, oder auch einfache Flows, die in Power Automate erstellt werden und oft Kommunikation über Microsoft 365 auslösen. Namentlich Teams und SharePoint.
Eine Hilfestellung für Plattformverantwortliche und Administratoren
Schätzungsweise werden 70 % der Unternehmen bis 2025 Low-Code- oder No-Code-Werkzeuge nutzen. Viele dieser Organisationen werden für ihre Power-User die Microsoft Power Platform wählen.
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Matthias ist ein ehemaliger Microsoft MVP (10 Jahre), Mitgründer und CEO von Rencore. Seine Mission: Unternehmen dabei zu unterstützen, die Kontrolle über ihre Microsoft-Collaboration-Technologie zu behalten. Dafür liefern Matthias und sein Team Einblicke, Beratung und konkrete Wege, das Wachstum der Plattform zu steuern. Er spricht auf Konferenzen und Community-Events auf der ganzen Welt und ist einer der Organisatoren des European Collaboration Summit.